Ingenieurbüro für Maschinenbau
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M-TEC Impulse 


Messkette im Prüfstand: Präzise messen – zuverlässig entscheiden


Technik verstehen. Lösungen gestalten. Zukunft denken.
Die Messkette ist das Fundament jedes Prüfstands. Sie entscheidet, ob Messwerte belastbar sind – und damit auch, wie sicher Entwicklungen validiert oder Serien freigegeben werden. Hier beschreiben wir kurz und praxisnah, worauf es ankommt.

 

1. Was gehört zur Messkette?

Die Messkette umfasst alle Schritte vom physikalischen Effekt bis zum gespeicherten Datensatz:

1. Sensor →
2. Signalaufbereitung →
3. A/D Wandlung (DAQ) →
4. Zeitstempel & Synchronisation →
5. Software & Auswertung →
6. Kalibrierung

Wichtig: Jedes Mess-Glied beeinflusst Genauigkeit und Reproduzierbarkeit – das schwächste bestimmt die Gesamtqualität.


2. Sensorik: Der richtige Startpunkt

Gute Messdaten beginnen mit dem passenden Sensor.

Wichtig sind:

• korrekter Messbereich (inkl. adäquater Reserve)
• ausreichende Bandbreite
• Robustheit gegenüber Temperatur, Vibration und EMV
• geeignete Signalart (mV/V, 4–20 mA etc.)

Tipp: Sensor Reserven einplanen und Einbaubedingungen früh berücksichtigen.


3. Signalaufbereitung: Saubere Signale, weniger Rauschen

Hier wird das Sensorsignal verstärkt, gefiltert und gegen Störungen geschützt.

Wesentliche Punkte:

• Anti Aliasing Filter vor dem ADC
• definierte Verstärkung (kein Clipping, optimale Aussteuerung)
• gute Erdung & Schirmung
• Vermeidung von Erdschleifen und EMV Einstreuungen

Gut aufbereitete Signale reduzieren den Aufwand in der Software deutlich.


4. DAQ & Abtastung: Ausreichend schnell und präzise

Die A/D Wandlung bestimmt, wie gut das analoge Signal digital abgebildet wird.

Achten Sie auf:

• ausreichende Abtastrate (≥ 2,5–4× der höchsten relevanten Frequenz)
• effektive Auflösung (ENOB, nicht nur nominelle Bitzahl)
• synchronisierte Kanäle
• stabile Zeitbasis

Tipp: Vorab Testmessungen durchführen, um Gain und Abtastrate optimal abzustimmen.


5. Synchronisation & Zeitstempel

Bei Mehrkanal Messungen (z. B. Kraft + Weg + Temperatur) ist Timing entscheidend.
Gemeinsame Clock, definierte Trigger und klare Zeitstempel sichern auswertbare Daten.


6. Kalibrierung & Messunsicherheit

Eine Messkette ist nur so gut wie ihre Rückführung.

Wichtig sind:

• regelmäßige Kalibrierintervalle
• dokumentierte Referenzen (z. B. Shunt Verification)
• Nachweis der Messunsicherheit

So werden Ergebnisse auditfest und nachvollziehbar.


Fazit:

Eine sauber geplante und korrekt ausgelegte Messkette ist der Schlüssel zu verlässlichen Messdaten – und damit zu sicheren Entscheidungen im Prüfstand. Wer Sensorik, Signalaufbereitung, DAQ, Synchronisation und Kalibrierung als zusammenhängendes System betrachtet, schafft die Basis für präzise, reproduzierbare Ergebnisse.
Kurz: Nur wer sauber misst, kann mit gutem Gewissen entscheiden.



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