Ingenieurbüro für Maschinenbau
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Messtechnik/ Sensorik – Der Schlüssel zum erfolgreichen Prüfstandprojekt


Die Wahl der richtigen Messtechnik ist einer der entscheidenden Faktoren für den Erfolg eines Prüfstandprojekts. Oft wird die Bedeutung dieser Entscheidung unterschätzt, dabei beeinflusst sie nicht nur die Genauigkeit der Messungen, sondern auch die Effizienz der gesamten Datenverarbeitung und die Bedienbarkeit des Systems. In diesem Beitrag beleuchten wir die wichtigsten Aspekte, die bei der Auswahl der Messtechnik berücksichtigt werden müssen.

 

 Messgrößen und deren Anforderungen

Der erste Schritt ist die klare Definition der Messgrößen. Jede physikalische Größe – ob Temperatur, Druck, Drehmoment oder Schwingung – stellt unterschiedliche Anforderungen an die Sensorik und die Signalaufbereitung. 

Wichtige Fragen sind:

• Genauigkeit und Auflösung: Welche Toleranzen sind zulässig?

• Dynamik: Müssen schnelle Änderungen erfasst werden?

• Umgebungsbedingungen: Temperaturbereiche, Vibrationen, elektromagnetische Störungen, etc..?


Die richtige Sensorwahl ist hier entscheidend. Ein ungeeigneter Sensor kann nicht nur falsche Daten liefern, sondern auch die gesamte Analyse beeinflussen.


Datenverarbeitung und Schnittstellen

Die Messtechnik endet nicht beim Sensor. Die erfassten Daten müssen zuverlässig und effizient weiterverarbeitet werden.

Hier spielen folgende Punkte eine Rolle:

• Signalaufbereitung: Analog oder digital? Welche Filter sind notwendig?

• Schnittstellen: Ethernet, CAN, EtherCAT oder proprietäre Protokolle – die Wahl beeinflusst die Integrationsfähigkeit in bestehende Systeme.

• Synchronisation: Bei komplexen Prüfständen ist die zeitliche Abstimmung der Messdaten und der übergeordneten Prüfstandsteuerung essenziell.

Eine durchdachte Architektur verhindert spätere Engpässe und ermöglicht eine skalierbare Lösung.


 Bediensoftware und Benutzerfreundlichkeit

Die beste Messtechnik nützt wenig, wenn die Bedienung kompliziert ist. 

Die Software muss:

• Intuitiv und flexibel sein, um unterschiedliche Prüfabläufe zu unterstützen.

• Visualisierungsmöglichkeiten bieten, damit Messwerte und der Maschinenstatus schnell interpretiert werden können.

• Automatisierung und Exportfunktionen enthalten, um die Daten effizient weiterzuverarbeiten, entweder Lokal oder an ERP-Systeme.


Entwicklungsprüfstand vs. End-of-Line-Prüfstand

Hier gibt es einen entscheidenden Unterschied:

• Entwicklungsprüfstände erfordern eine offene und flexible Softwarearchitektur, damit Prüfingenieure individuelle Messaufbauten und komplexe Testsequenzen realisieren können. Anpassungen und Erweiterungen müssen einfach möglich sein.

• End-of-Line-Prüfstände hingegen müssen eine stark eingeschränkte Bedienung bieten, um die Sicherheit und Prozessstabilität zu gewährleisten. Jeder Mitarbeiter soll den Prüfstand ohne tiefgehende Fachkenntnisse sicher bedienen können. Hier steht Standardisierung und Automatisierung im Vordergrund. Es wird je nach Anforderung aber ebenfalls eine Expertenebene berücksichtig, um den Prüfablauf laufend adaptieren zu können.


Fazit:

Die richtige Wahl der Messtechnik und Sensorik ist kein Nebenaspekt, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für jedes Prüfstandprojekt. Sie beeinflusst die Qualität der Messdaten, die Integrationsfähigkeit in die Systemarchitektur und die Effizienz der Bedienung. Wer hier sorgfältig plant, legt den Grundstein für präzise Ergebnisse und einen reibungslosen Projektablauf.


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